AFBL Frauen Fussball Bundesliga Vorschau 8.Spieltag

Die Spieltagsvorschau:

Stimmung: Weiter Spannend. Fast noch überaller als überall.

Es bleibt spannend. Überall. Und wie. Endlich. Irgendwie kann man sich jedesmal wieder neu freuen. Immer noch ist wirklich niemand vor niemand sicher. Und auch Bayern München sicher nicht vor dem SC Sand. Davon können Turbine Potsdam und der VfL Wolfsburg ein Lied singen, dass man auf Punkte gegen Sand nicht unbedingt bauen sollte. Und der VfL Wolfsburg kann zum vernaschen von Essen auch schon mal mehr als 85 Minuten brauchen. Nur zum Beispiel. Und jederzeit kann ein Abstiegskandidat einem Championsleague-Kandidat Punkte abknöpfen. Und das heisst alle allen:
Platz 2-6: 2 Punkte Abstand im Kampf um die Champions-League.
Platz 7-11: 2 Punkte Abstand zum Abstiegsplatz.
Nur vorne Bayern München und hinten der 1.FC Köln stehen derzeit relativ alleingelassen auf ihrer Tabellenposition.
Als alternative Spieltagsvorschau gehen wir ja zum Beispiel gerne auf die taktischen Schwerpunkte ein oder schauen auf sonst weniger Beachtetes. Alle 4 Spieltage gibt zum Neispiel es nach dem Spieltag die Saisonprognose in der Nachbetrachtung.

Also auch nach diesem wieder. Mal schauen, wie sich unsere Vorhersage nach Spieltag 4 inzwischen entwickelt hat.
Mit dem Ausführen taktischer Schwerpunkte ist das aber inzwischen manchmal auch so eine Sache. Bei Bayern wird es zum Beispiel wohl langsam ein wenig eintönig. Bleibt alles ziemlich ähnlich und man muss nur den Text kopieren? Aber auch spannend, wie schnell das da in die ein oder andere Richtung ausschlagen kann. Gegen Turbine Potsdam von einer Minute zur anderen. Gegen den 1. FFC Frankfurt von einem Spiel zum anderen. Mal sehen, welche Variante diesmal zu sehen sein wird. Dabei hat man gerade durch das Aus in der Championsleague ein wenig mehr Zeit bekommen, noch vor der Winterpause neue Ideen zu entwickeln. Vielleicht findet man auch nichts und wartet eben, bis Boquete und Lotzen und Iwabuchi wieder kommen, auf dass dann alles gut werde. Mal sehen, ob man sich da nicht bald genauso wundert, dass mehr Einzelkönnen nicht automatisch eine bessere Mannschaft machen wie in Wolfsburg und in Frankfurt. Allerdings sind ja auch neue Ideen nicht automatisch immer gut, auch wenn kürzlich erst ein Mangel beklagt wurde. Über Turbines ständig neue Ideen im Tor ist ja bei deren sonstigen Problemen inzwischen schon wunderbar Gras gewachsen. Wolfsburgs "neue" Idee mit der 3er-Kette wurde schnell wieder verworfen. Mal schauen, wie lange Frankfurts neue Ideen weitergehen. Bzw welche davon. Und die "neue" Idee, dass man Maroszan auf einer anderen Position einsetzen könnte, ist so neu ja auch nicht oder besser gesagt immer wieder neu und aktuell. Ein Dauerbrenner, der nur seit Jahren noch nie zufriedenstellend beantwortet wurde.
Unser Versuch, die Frage eher logisch zu beantworten, ist schon eine Weile fertig und wird bald gepostet. Die Frage ist nur noch, in welcher Form.
Erst einmal feuen wir uns aber mit Spannung darauf zu hören, was im Freiburg-Spiel passiert. Zwar nicht mit Maroszan, weil das vielleicht auch nichts wirklich Neues wird; aber zum Beispiel die nicht unähnlichen, oder manchmal qualvollen Freiburger Versuche, die Spielerinnen so zu positionieren, dass sie eine gute Wirkung entwickeln. Auch da scheint die Co2-Effizienz verbesserungsfähig.
Ein taktischer dazu passender Treffer vielleicht, dass da nun "zufälligerweise" ausgerechnet Magull zur Zeit so relativ gut aussehen kann. Wer hätte das erwartet? Wer auf ein besseres Mannschaftsspiel in Freiburg gehofft hatte, muss jedenfalls noch warten. Und die Folge in Freiburg ist ähnlich wie in Wolfsburg, Bayern, Frankfurt, nur eine halbe Nummer kleiner. Weil das gleiche Hauptproblem dahintersteckt.
Die (Einzelspieler-)Mannschaften haben starken Nachholbedarf ein vernünftiges Angriffsspiel aufzuziehen, weil die Räder nicht richtig ineinandergreifen. So weit, so gut. Aber warum? Ein Hauptgrund ist, dass man zu viele so spielen lässt, als würden sie das am besten jede mit ihrem eigenen Ball tun.
Auch das ein verhängnisvoller Kreislauf. Wannimmer es nämlich hapert mit dem vernünftigen Mannschaftsspiel, sehen dabei nun logischerweise fast immer die noch relativ gut aus, die das Mannschaftsspiel nicht brauchen oder weniger beherrschen, aber mit Einzelaktionen auffallen können. Das sind dann zum Beispiel (nur als einige Beispiele, die gerade in den Sinn kommen, und bei denen das öfter auffällt) Spielerinnen wie Maroszan, Bachmann – und bei Freiburg nun auch Magull. Auffällig immer mit starken Einzelszenen, meist ein gutes Dribbling oder Schuss? Mannschaftsspiel? Oder die Frage, warum da keine Räder ineinandergreifen? Das bedeutet nicht, dass solche Spielerinnen nicht gut und wichtig wären. Aber man muss verstärkt auf die Rädchen achten.
(Wobei diese Spielerinnen ja auch untereinander wieder unterschiedliche Einzel-Qualitäten mit Ball haben, und darum in unterschiedlichen Situationen mit Ball am Fuss gut aussehen)
Nur: Problematisch wird es vielleicht dann, wenn Wolfsburg oder Bayern (oder früher Frankfurt), oder wer auch immer diese 3 einkauft, weil sie alle so "gut" sind, und alle zusammen einsetzt in der Hoffnung, nun habe man eine tolle Mannschaft. Dann sollte man auf ein gutes Ineinandergreifen nämlich lieber nicht zu lange Warten. Das ergibt sich eigentlich nicht ganz unlogisch. Aber man kann auch, wenn man das mit dem Ineinandergreifen nicht so Recht hinbekommt, auch vielleicht die spektakuläre Schlussfolgerung ziehen, dass man dann eben noch stärkere Solistinnen braucht. Vielleicht kommen dann doch noch Marta und Press in die Bundesliga, und vielleicht noch Morgan, damit noch jemand für die Bank bleibt. Das wäre noch spannender dann.

Bayern München – SC Sand
Über die beiden wurde ja schon viel geschrieben. Und besonders bei Bayern wiederholt man sich. Kein Gegentor bekommen, weil man nicht viele schiesst. Die Schlüsselstellen wurden zuletzt eingehend betrachtet. Wieder ein 1:0? Würde natürlich passen. Aller guten Dinge sind bekanntlich 3. Charakteristisch für so ein Zufallsspiel ist ja auch, wie zufällig die Tore fallen.
Eine einheitliche Struktur, eine Grundidee? Mal eine Einzelaktion von Miedema. Dann mal ein Hammer von Behringer. Dann mal wieder Maier mit Lewandowski. Oder mal durchgedribbelt auf die Grundlinie von Evans. Mal ein Schlenzer von Leupolz. Früher in der Saison mal ein Kopfball von Abbe. Oder da war es oft Däbritz. So kunterbunt sieht das charakteristischerweise aus, wenn man hoffen muss, dass irgendwo eine Einzelspielerin in einer Einzelaktion einzeln stark genug ist.
Was kann der SC Sand dem entgegensetzen? – keine Ahnung. Da tappt man ja völlig im Dunkeln mangels Infomaterial. Zum Glück bekommt man das nun wenigstens einmal zu sehen, und weiss danach besser Bescheid. Warum schaffte es Sand schneller, seine Spielerinnen sinnvoll zu einer Mannschaft zusammenzustellen und wie gut sind die Spielerinnen? Gegen die Bayern hat man den ultimativen Vergleich. Man kennt einige Spielerinnen. Von daher klar, dass man sich clever verstärkt hat, und die Abgänge sicher mehr als kompensiert. Aber Savin hat man vor ihrem Kreuzbandriss zuletzt gesehen. Wie hat sich Damnjanovic zwischenzeitlich entwickelt, von der man ja in Wolfsburg zuletzt auch nicht viel mitbekommen hat. Von Vetterlein noch weniger. Die 2 Neuen aus Neulengbach. Falls man die Namen nicht kennt: Skorvankova und Vojtekova. Auch Burger nun also endlich einmal in der Bundesliga zu sehen, wird interessant. Bisher konnte man sie ja lediglich als eine Österreicherin in Amerika bewundern. Wie gut kann eine Mannschaft aus diesen Spielerinnen sein, wenn man sie effizient einsetzt? Bisher jedenfalls hat man viele Punkte nur sehr unglücklich abgegeben. Dabei gegen Hoffenheim und Köln wegen TH-Problemen. Sonst wäre man komfortabel auf Platz 2. Hat Sand vielleicht sogar etwas besonderes im Petto gegen die Bayern? Und wie verhält sich Sand, falls man in Rückstand geraten sollte? Spannende Fragen.

SC Freiburg – 1.FFC Frankfurt
Und auch das spannend. Nicht wie früher, wo man Freiburg vielleicht zur Abwechslung einmal mit ganz viel Glück einen Punkt zugetraut hätte. Hier wäre es aus Freiburger Sicht vielleicht sogar enttäuschend, wieder keinen zu holen, und ein Sieg wäre eigentlich drin und dran. Man hat beim VfL Wolfsburg den Punkt geholt. Man hat auch in München besser ausgesehen als Frankfurt. Das Problem: Freiburg bekommt es bisher genausowenig wie Frankfurt -zuletzt wohlgemerkt- hin, eine Teamstruktur zu bilden, die die Stärken der Spielerinnen gut zur Entfaltung bringt. Und Gegentore kassiert man irgendwie auch fast immer. Vielleicht ja gegen Frankfurt einmal zu Null? Irgendwie schwer zu glauben. Vorne hat man zwar einige sehr Gute. Aber da wünscht man noch mehr als in der Defensive den Freiburgern die Erkenntnis, wie man eine gute Teamleistung daraus formt.
Während das bei Bayern München und dem VfL Wolfsburg zum Beispiel wenigstens in der Defensivarbeit meist hinzuhauen scheint, wünscht man das inzwischen auch wie in alten Zeiten wieder dem 1.FFC Frankfurt. Wir hatten die fehlende Kompaktheit angesprochen. Schön zu sehen, dass man dieses Problem auch angegangen ist. Das war in Norwegen schon deutlich zu spüren. Da war die Aufmerksamkeit förmlich zu greifen, die die meisten Spielerinnen der Defensiv-Ordnung widmeten. Auch das Bemühen, den Abstand zwischen den einzelnen Reihen gering zu halten. Und man hat mit Bartusiak da jemand auf die "6" gestellt, die die Position hält und als gelernte Abwehrspielerin natürlich zuerst schaut, dass man nach hinten sicher steht. Das war interessant anzuschauen. Ob allerdings Bartusiaks Fähigkeiten in der Spieleröffnung sie für diese Position besonders angeraten erscheinen lassen? Und dazu diesmal a la Bayern zwei in erster Linie auf die Defensive schauende aussen Laudehr und Crnogorcevic. Mal schauen, wie sich das fügen wird, wenn man auf einen ernstzunehmenden Gegner trifft, und ob es Freiburg diesmal hinbekommt, einen solchen abzugeben.

Werder Bremen – Bayer Leverkusen
Schicksalsspiel? Jeder kann danach noch 42 Punkte holen. Insofern ist das also noch viel zu früh. Aber es wird eben immer schwerer herauszukommen, je tiefer man in den Morast einsinkt. Duisburg hat es in der Vorsaison trotz ordentlicher Rückrundenpunktzahl und Platz 9 in der Rückrundentabelle auch nicht mehr schaffen können. Und da gilt es für beide, den anderen tiefer in den Schlamassel hineinzudrücken. Über Bremen weiss man zu wenig. Leverkusen scheint aber geradezu massgeschneidert, gegen deren verletzungsbedingt weiter geschwächte Offensive sicher zu verteidigen, und die in Sachen Mobilität am ehesten anfällige Leverkusener Defensive mit schnell vorgetragenen Angriffen zu attackieren. Leider ist es ja zur traurigen Regelmaessigkeit geworden, dass Leverkusen so wie auch in Freiburg besonders mitten durch die Mitte extrem verbesserungsfähig wirkt. Da würde Leverkusen wohl gut daran tun, die gleiche Defensivstrategie wie gegen Potsdam zu fahren. Andernfalls wird Werder Bremen ähnlich gute Voraussetzungen, wie jetzt gegen Leverkusen in einem Heimspiel zu Punkten, diese Saison wohl nicht mehr oft vorfinden.

1.FC Köln – 1899 Hoffenheim
Und exakt das gleiche wie für Bremen gilt erst Recht für Köln. Hoffenheim hat die befürchtete Leistungsdelle. Und wenn Korsettstange Moser nichts bewegen kann, geht da sonst einfach nicht genug nach vorne, um auf Dauer einmal mehr als einen gesicherten Mittelfeldplatz anzupeilen. Sicher kann man zufrieden sein mit der wirklich tollen Enwicklung einiger junger Spielerinnen und den im Verhältnis zur Investition immer noch beachtlichen Leistungen. Irgendwann führt der Weg trotzdem ins nichts, wenn man sich nicht mit Talent von aussen verstärkt. Solange man mit den 2 Korsettstangen Demann und Moser durchkommt, ist das ok. Wenn man irgendwann einmal Pech hat, und die (und/oder andere) länger verletzt ausfallen, geht es nach hinten weg. Den Anhängern der reinen Frauenvereinslehre wird es Recht sein.
Köln erwischt Hoffenheim nun zu einem guten Zeitpunkt der Novembertristesse. Irgendwann muss man anfangen zu punkten; und das noch vor der Winterpause.
Für Hoffenheim gilt umgekehrt das gleiche. Will man wenigstens um den guten Mittelfeldplatz mitspielen, muss hier wieder einmal ein Sieg her. Sonst wird die Tristesse immer öder.
Und nun hat Köln also den Trainer getauscht. Und das 2 Tage vor dem Spiel. Man kennt keine Interna. Wenn man in Köln der Meinung ist, dass Karussellfahren weiterhilft (U-Trainer wird Haupttrainer, Trainer wird Manager, Co-Trainer wird freigestellt), dann wünscht man damit natürlich auch viel Glück. Es soll aber auch schon Vereine gegeben haben, die festgestellt haben, dass zielorientiertes Arbeiten zum Ziel führen kann. Und wenn man meint, dass das ohne diesen Trainer besser möglich ist, ist schwer zu vermitteln, was den dann andererseits für das Amt des Managers qualifiziert.

Turbine Potsdam – USV Jena
Ein Kampf um das Verlassen der Abstiegszone. Das hätte vor Saisonbeginn wohl kaum jemand von Turbine Potsdam erwartet. Aber die Ansprüche hat man erstaunlich widerspruchslos auf unter Null herunterschrauben können. Interessant. Wobei die Null-Grenze eigentlich der vierte Platz war. Das war (und ist?) wohl das Minimalste, was man sich vor Saisonbeginn vorstellen konnte. 20 Punkte betrug da der Vorsprung auf Platz 5. Soviel verliert man auch selbst mit 6 Niederlagen nicht. Trotzdem heisst es für Turbine zunächst einmal, bis zum Winter Platz 4 wenigstens nicht zu weit aus den Augen verlieren. Dabei kann helfen, dass die Spitze nicht soweit enteilt ist, wie gewohnt. Ein Heimsieg gegen Eichhörnchen Jena (zuletzt 3x 1:1 hintereinander) ist dafür aber Voraussetzung. Denn zum letzten Heimspiel der Vorrunde wird es wieder schwieriger. Da komt dann der VfL Wolfsburg. Dabei macht vor allem die Deutlichkeit der Siege gegen Hoffenheim natürlich Hoffnung, dass man wieder dauerhaft das bessere Gesicht zeigen kann. Aber was ist in dieser Saison in der Bundesliga schon sicher?

VfL Wolfsburg – SGS Essen
Früher, als alles noch anders war, wäre ein Unentschieden schon eine Sensation gewesen. Ist es seit der Bundesligaversion zwei-punkt-fünfzehn nicht mehr. Im Gegenteil. Essen sollte hier punkten. Sonst wäre es eine Enttäuschung. Aus Essener Sicht. So einfach wird es in Wolfsburg für die SGS Essen wohl nie (=die nächsten paar Jahre) mehr wieder. Mannschaft beim VfL Wolfsburg sucht immer noch nach dem passenden Getriebe und produziert immer noch hohe Abgaswerte. Vom Mittwoch noch das schwere Auswärtsspiel in den Knochen. Anschauungsmaterial, wie man Wolfsburg stoppen kann jede Menge. Und die Erfahrung vom letzten Spiel am letzten Wochenende.
Da heisst es für Wolfsburg Daumen drücken. Auch da die ähnliche bedenkliche Herangehensweise wie bei den beiden anderen Bayern München und 1.FFC Frankfurt: So lange vorne nicht viel geht, eben doppelt sicher auf das zu-Null schauen und irgendwann einen reinmachen – egal wie. Auch Wolfsburg hat genau nach diesem Prinzip gegen Essen letzte Woche gewonnen – und auch in London. Allerdings muss man noch besser auf das zu-Null aufpassen. Und man fragt sich, wie lange die ehemaligen "Grossen" sich noch auf diese Weise durch die Saison schleppen wollen und können.

 

 

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