AFBL Frauen Fussball Bundesliga Vorschau 9.Spieltag

Die Spieltagsvorschau:

Stimmung: Spannung Schlag auf Schlag

Es bleibt spannend. Ganz besonders beim 1.FFC Frankfurt und Turbine Potsdam. Ein paar fix zusammengeschriebene Gedanken zu Frankfurt in der Trainerecke (coaches corner).
Nun ist also wieder Bayern München zu sehen und wieder Bayer Leverkusen. Und Leverkusen gibt es sogar noch einmal gegen den 1. FFC Frankfurt. Da tun einem ein wenig die anderen Mädels der anderen, besonders der "Kleineren" natürlich Leid, die es sicher auch verdient hätten, ihrem Bekanntenkreis (oder der Oma) einmal eine Mail zu schicken, wo sie live beim Fussballspielen zu sehen sind.
Für Eurosport scheinen die Übertragungen bisher leider auch nur einen begrenzten Erfolg darzustellen. Da ist wohl bei der breiten Masse der Wintersport (noch?) lukrativer. Und das trotz getesteter möglicher Ausweichtermine Freitag- oder Montagabend. Danach also erst einmal "nur" dfb-tv. Schauen wir mal, wie sich das alles weiterentwickelt. Die Hoffnung von framba.de auf eine Frauen-"Sportschau" scheint derzeit allerdings sportpolitisch niemand stark zu unterstützen. Leider derzeit wohl eher auch nicht einmal der dfb-eigene Kanal dfb.tv. Man wiederholt sich, wird aber eben auch immer wieder an die in dieser Beziehung beneidenswerten NWSL – Zustände gestossen ausgerechnet, wo doch die Bundesliga-Spiele dieses Jahr zum ersten Mal in etwa auch deren Spannungsgrad erreichen. Schauen wir mal, wie sich das alles weiterentwickelt.
Dabei war das sicher super unterhaltend, was die Commerz-Ladies den Zuschauern da in der Champions-League präsentiert haben.

Damit dürfte man so manches weniger werbewirsame Spieltags-Video mehr als ausgeglichen haben. Und wer gedacht hat, das Rückspiel kann man sich genauso sparen wie nach dem 2:0 Sieg in Lüttich, der hat die Rechnung ohne die Bellerinas gemacht. Immerhin klappte das mit dem Elfmeterschiessen brilliant. Jetzt muss man also nur noch im Spiel für ein paar Elfmeter zu den eigenen Gunsten sorgen.

das Fernsehspiel:

Bayer Leverkusen – Bayern München

Das wird immer schwieriger, da noch ein paar neue Punkte dazu zu erwähnen, weil es jetzt schon so oft diese Mannschaften waren, die man zu sehen bekam. Könnte man das meiste wiederholen, weil es immer noch aktuell ist, und so viele Links kann man hier gar nicht einbauen. Die Tags Leverkusen und Bayern sind auch noch nachbesserungsfähig. Aber schauen wir besonders mal darauf, was Leverkusen erkannt hat, weil die natürlich umgekehrt zum Beispiel Maier auf der rechten Seite möglichst verhindern müssen. Aber auch, wenn sie es schaffen sollten, die Bayern herauszulocken, haben sie nun vielleicht ein Abschlussproblem. Tor 1 der Knaaklosen Zeit kam schon mal von Ewers. Mal sehen, wer sich da als nächstes traut. Und was hinten passiert. Annike Krahn konnte gegen Turbine Potsdam sehr überzeugen. Da stand man und sie allerdings auch mehr oder weniger nur im eigenen Strafraum. Sobald ein wenig mehr Raum zu verteidigen ist, und es damit mehr auf Mobilität ankommt, hatten da einige Kolleginnen teilweise schon diesbezüglich die Nase vorne. Den VfL Wolfsburg hielt Leverkusen viel weiter vom eigenen Strafraum fern als Turbine Potsdam. Eigentlich die bessere Variante, da keine zufälligen Querschläger oder Abpraller direkt zur Gefahr werden, wenn sich das Geschehen 30m vom Tor entfernt statt im eigenen Strafraum abspielt. Allerdings haben dem VfL Wolfsburg vor allem beim ersten Tor gerade diese zusätzlichen 20m hinter der Verteidigungslinie gereicht, um diesen geringfügig freien Raum gewinnbringend zu nutzen. Wenn man denn auch auf Feinheiten achten will, wo Fussball mindestens genau so sehr entschieden wird, und auf die der Standardzuschauer vielleicht weniger achtet, als die Einzelaktion am Ball: Eine der sehr seltenen Szenen, in denen Frederike Kempe beim Stellungsspiel eine suboptimale Position einnimmt, die ja sonst aber zuletzt auch selbst im Vergleich zu Annike Krahn einen relativ guten Part gespielt hat. Aber manchmal entscheidet im Fussball der oft unbeachtete Schritt nach rechts zur rechten Zeit über gut oder weniger gut. Aber dafür analysieren ja Trainer auch ein Spiel hinterher per Video und werden da hoffentlich entsprechend mehr erkennen.

Und was macht Bayern? Ansätze sind da. Und vor allem brauchte man zuletzt auch nicht mehr als das. Gibt es heute wieder einmal einen überzeugend verteidigenden Gegner? Dann braucht man vielleicht mehr, als eine starke Einzelaktion oder einen Standard. Verwöhnt hat uns der deutsche Meister die letzten Monate jedenfalls noch nicht oft mit Toren, wo die letzten beiden Stationen vor einem Tor eine Spielerin von Bayern am Ball war? Ein Pass und dann Torabschluss gibt es schon, aber 2 Abspiele und dann danach noch ein Tor? Nicht so viele? Da wären jetzt opta-Daten hilfreich. Da schauen wir mal, was heute passiert. Es gibt ja durchaus Taktikansätze die sagen, wenn man nach der zweiten Station am Ball noch kein Tor schiessen kann spielt man nicht mehr zur eigenen Mitspielerin, weil die Chancen sowieso gering sind, sondern kickt den Ball am besten auf gut Glück Richtung Gegnertor, um dann da weiter zu machen.
Vero Boqete würde wohl auch lieber mit Ball spielen. Die ist seltsamerweise schon seit Wochen als Ersatz ohne Einsatz dabei. Seltsam, weil man normalerweise gerade eine Spielerin, die verletzt war erst wieder mitnimmt, wenn sie fit ist. Und in der Regel sie dann zügig zumindest über Teildistanzen einsetzt, um ihre Matchpraxis wieder aufzubauen und sich mit den anderen einspielen zu lassen. Derzeit sieht es entweder so aus, als wollte man ihr (Bank-)Einsatzprämien zukommen lassen, oder sie nicht für stark genug hält? Mal schauen, was da noch passiert.

SGS Essen – Werder Bremen
Ein Freitagsspiel? Gibt es da eine Essener Erklärung dafür? Oder ausprobieren. Ja bitte. Warum denn nicht. In Essen probiert man auch auf dem Feld eine Menge. Da allerdings mit maessigem Erfolg. Und mit gutem. So kann das gehen. Bremen muss sich jeden Punkt hart erarbeiten. Bräuchte einfach mal ein Spiel, wo man aus den ersten beiden Torchancen gleich zwei Tore macht. Essens Erfolge, die Mannschaft weiterzuentwickeln schauen bisher dagegen äusserst maessig aus. Im Gegenteil. Auf kleinem Niveau verbesserungsfähig, anscheinend. Aber auch da verbaut Genosse Zufall die klare Sicht. Alleine schon ohne die sehr vom Glück begünstigten 4 Punkte aus den Partien gegen den 1. FC Köln und bei Bayer Leverkusen würde Essen am Rand der Abstiegszone stehen. Und über das Heim 1:0 gegen Sand deckt man auch besser den Mantel des Vergessens. Die Leistungen waren also insgesamt eher näher an abstiegsreif. Und nun kann man sogar auf Platz 3 klettern. Da ist aber auch die Gefahr gross, dass man sich irgendwann wundert, wie weit das eigene Leistungsvermögen eigentlich noch reicht, wenn Genosse Zufall irgendwann nicht mehr schützend die Hand über einen hält. Aber vielleicht überzeugen sie ja auch mal wieder wie gegen Angstgegner Jena.

SC Sand – SC Freiburg
Überraschungs – "best of the rest" – Mannschaft gegen erwartete "best of the rest" – Mannschaft? Und das Süd-Baden Duell (ca. 60km Entfernung). Und natürlich auch spannend und offen. Gerade mal 3 Punkte trennen die beiden voneinander und Freiburg könnte mit einem Sieg sogar an Sand vorbeiziehen. So schnell kann das gehen diese Saison. Freiburg ist ja soweiso inzwischen so etwas wie die Weihnachtsfrau der Liga. Immer für ein paar Geschenke gut. Mal gibt man sie, mal nimmt man sie. Das Geschenk von Wolfsburg hat man gerne auch noch spät angenommen. Dafür hat man dann in München gleich nach ein paar Sekunden eine Schlaftablette verschenkt. Und gegen Frankfurt zwei (von Frankfurt) geschenkte Elfmeter dankend angenommen. In Jena hatte man dagegen selber noch einen Elfmeter verschenkt und in der Nachspielzeit noch 2 Punkte. Und daheim gegen Bremen war man beim 2:2 wohl auch eher auf der Geschenkegeberseite. Und der SC Sand hat eher daheim verschenkt. Gegen Hoffenheim und Köln zum Beispiel. Aber auch in München hatte man zu den ersten zwei Toren Geschenkgutscheine verteilt. Mal sehen welche Geschenke sich die beiden diesmal verteilen.

Turbine Potsdam – 1.FC Köln
Bei Potsdam ist es seit Jahren immer spannend. Manche würden sagen, da gibt es glücklicherweise nicht nur Ausführliches im Radio sondern auch die eigene Reality-Show. Hat man nun also die Ein-Ersatzspieler-Vorstellung uraufgeführt? Oder gab es das schonmal irgendwo in einer Bundesliga? Vielleicht auch irgendwann früher bei den Männern? Es verwundert immer, dass viele nicht wissen, dass es da auch Zeiten ohne Ersatzspieler gab. So richtig glauben tut man ja nicht, dass eine Bundesligamannschaft tatsächlich mit nur einer Ersatzspielerin antritt. Nun gibt es besonders auf der tollen und umfangreichen Turbine-Webseite zu vielen Dingen immer viele Informationen, und wenn auch nur kurzfristig, aber wer denn nun wie einsatzfähig war, weiss man auch nicht genau. Man wollte damit aber sicher nicht den Eindruck aufkommen lassen, man macht das nur, weil man dem Endverbraucher das eigene Verletzungspech plastischer demonstrieren wollte.
Punkte will man aber sicher gegen Köln. Die ihrerseits natürlich jeden Punkt brauchen, wenn sie ihre letzten Hoffnungen nicht schon bald begraben wollen, und im Winter sich nicht schon auf Liga 2 vorbereiten. Da muss man inzwischen auch ein Spiel beim verletzungsgebeutelten Potsdam als Chance betrachten, die diesmal aber sicher wieder mit 14 Spielerinnen antreten werden, und irgendwann auch einmal wieder mehr Schlagzeilen produzieren werden durch sportliche Darbietungen, als durch tolles Showprogramm im Umfeld.

USV Jena – 1. FFC Frankfurt
Was einem für Werder Bremen Leid tut und für die SGlücksmarieS Essen freut, freut einen genauso für Glückshörnchen Jena. 2 Punkte in der Nachspielzeit gegen Bremen. 1 Punkt in der Nachspielzeit gegen Freiburg nach deren Elfmeter-Verschuss. Und jetzt 3 bei Turbine, die Frau Holle dem Eichhörnchen Jena unbedingt trotz wohl suboptimaler Vorstellung in Potsdam mitgeben wollte. Da lässt es sich doch einigermassen entspannt auf die Tabelle schauen. Weniger logisch betrachtet könnte man freilich auch von gnadenloser Effizienz reden. 10 Punkte mit 5 geschossenen Toren dürfte auch ein ziemlich einmaliger Vorgang sein. Und bei Frankfurt sind 13 Punkte mit 7 Toren auch ziemlich effizient. Nur redet da im Moment niemand darüber und der Sichtwinkel ist meist etwas anders. Wahrscheinlich gibt das aber kein 4:4.

1899 Hoffenheim – VfL Wolfsburg
Neues Spiel – neues Glück für 1899 Hoffenheim. Hoffentlich endlich Stabilität für den VfL Wolfsburg. Sagt alles, kann man aber etwas genauer ausführen. Interessanterweise ist in Wolfsburgs Selbstverständnis sicher kein Gedanke daran, dass man den 3er braucht um Platz 2 abzusichern, sondern nur um Platz 1 im Blick zu halten. Und so ist es nun auch das Pech von Wolfsburg, dass Frankfurt und Potsdam so schwächeln. Und dass es für Hoffenheim irgendwann auch nicht so zügig wie am Anfang weitergeht, wenn niemand Recht weiss, wohin eigentlich, hatte man auch befürchtet. Irgendwann wird man sich neu sortiert haben, und dann wird es wieder besser. Die Mädels tun einem ein wenig Leid. Es scheint, dass Ihnen einiges klar wurde, an dem sie nun sicher zu knabbern haben. Wenn man nicht absteigen will, schmeckt Platz 6 eben nach Champagner. Wenn man aber auch schon mal Dritter war, und das mit dem Absteigen schon lange durch ist, schmeckt Platz 6 erst einmal wie eingeschlafene Füsse.

 

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